Ulcinj

Ulcinj liegt im südlichsten Teil der Adriaküste und auf dem gleichen Breitengrad wie Barcelona und Rom. Ulcinj ist, gemeinsam mit Hvar, bekannt für die größte Anzahl von Sonnentagen an der Adria.

 

Seit der antiken illyrischen Siedlung aus der Bronzezeit (das belegen auch die vielen archäologischen Stätten), durch die ersten schriftlichen Nachweise nach dem illyrisch-römischen Krieg, war Ulcinj ein bevorzugtes Ziel der Griechen und Römer. Parallel entwickelte sich Ulcinj zu einem bedeutenden Episkop Zentrum mit 365 Kirchen („so viele wie Tage im Jahr“). Die Stadt trotzte den Türken, den Piraten und allen Imperien am Mittelmeer bis zum Wandel in der Neuzeit und der Ankunft von Touristen aus Europa und der ganzen Welt. Ulcinj ist so gesehen ein historisch-touristisches Mosaik.

Mit ca. 20 km Strand, davon 15 km mit feinen Sandstränden, über 6.000 ha fruchtbaren Böden, seinem Olivenhain mit 88.000 Bäumen, der heilenden Wirkung des Sandes, des Schlamms und des mineralischen Schwefelwassers, bietet Ulcinj ein enormes ökonomisch-touristisches Potential für die Entwicklung jeder Art von Tourismus (Elite, Nautik und Gesundheit). Das Staatsgebiet erstreckt sich zwischen dem 19 * 22'30 ", 19 * 8'30" und 41 * 5'6 " des nördlichen Breitengrades und wird geographisch dem subtropischen europäischen Mittelmeerklima zugeordnet. Mit seinem südlichen Teil grenzt es an den Fluss Bojana. Im zentralen Teil befindet sich der See „Shas“ und im Hinterland befindet sich das Bergmassiv „Rumija“. Die Gesamtfläche von 255 km² ist ein einzigartiges Beispiel für die Schönheit: das Meer, der Fluss, der See, die endlosen Sandstrände, die Berge und die üppige Vegetation ...

Klima

 

Das Gebiet von Ulcinj wird geographisch dem adriatischen Mittelmeerklima zugeordnet und ist für seine üppige subtropische Vegetation bekannt. Ulcinj hat ein sehr angenehmes Klima, somit kann es mit den bekanntesten touristischen Zentren des Mittelmeers durchaus verglichen werden. Ulcinj ist sowohl ein ausgezeichneter Sommer- als auch Wintersportort. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 16°C und ist somit wärmer als die der meisten anderen Küstenstädte an der Adria. Obwohl die Sommer heiß sind, gibt es aufgrund des konstanten Luftstroms nicht viele überhitzte Tage. Der kälteste Monat ist sicherlich der Januar mit einer durchschnittlichen Temperatur von ca. 8.6°C , der heißeste Monat ist der Juli mit ca. 26.3°C. Die tägliche Durchschnittstemperatur um 13 Uhr beträgt ca. 18,5°C. Die durchschnittliche Temperatur während der vier Jahreszeiten beträgt: im Winter ca. 9.6°C, im Frühling ca. 14.5°C, im Sommer ca. 24.4°C und im Herbst 17.5°C. Die absolut höchsten Temperaturen werden im Juli mit ca. 38.5°C erreicht .

Schwimmen und Sonnenbaden ist von Mai bis Oktober durchgehend möglich. Gerade während dieser Zeit ist auch die Meerestemperatur sehr angenehm.

Sonneneinstrahlung

 

Ulcinj gehört zu den sonnigsten Orten an der Adriaküste. Die durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung in Ulcinj beträgt 218 Tage. Das sind ungefähr 2.706 Stunden pro Jahr oder 7,4 Stunden pro Tag. Im Sommer hat Ulcinj die meisten Sonnenstunden - 11 Stunden pro Tag. Die Südküste gilt als das klarste Gebiet des Mittelmeers. Die häufigsten Winde sind "Bura" (Sturm), "Jugo" (Südwind) und "Maestral" (leichter Wind aus dem Meer). Die "Bura" weht im Spätherbst und Winter von Nordosten und gilt als kalter Wind. "Jugo" weht im Herbst, Winter, Frühling, bringt Regen und sorgt für rauen Seegang auf dem Meer. Der "Maestral" kommt aus Westen und Südwesten. Es ist ein angenehmer Wind, da er in den heißesten Sommerstunden Erfrischung nach der Hitze bringt. Am intensivsten ist es zwischen 14:00 und 15:00 Uhr, wenn er die Geschwindigkeit von 10m / sec erreicht. Dank dem "Maestral" gibt es nicht viele drückende und überhitzte Tage.

Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1344mm / m².

Vegetation

Unter dem Einfluss eines solchen Klimas entstanden drei Vegetationsgürtel

der erste Gürtel bis zu 300 m Höhe mit immergrüner Vegetation, der von Bäumen, wie dem Olivenbaum, dem Feigenbaum, Mandeln, Kiwis und den Zitrusfrüchten (Mandarinen, Orangen und Zitronen) durchzogen wird. Der zweite Gürtel besteht aus Kastanien, Granatäpfeln, Wein und Getreide. Der dritte Gürtel besteht hauptsächlich aus Obstbäumen wie z.B. Birnen, Äpfel und Pflaumen. Der Küstengürtel ist mit Pinien, Agaven, Palmen und weiteren schönen Pflanzen geschmückt.

Ulcinj ist auf dem touristischen Markt für seine riesigen landwirtschaftlichen Flächen und seine ökologischen Endprodukte, seine saubere und intakte Umwelt und durch die Abwesenheit von Industrie und dem damit verbundenen Problem der Umweltverschmutzung, weltweit bekannt.

Landwirtschaft


Die landwirtschaftlichen Produkte von Ulcinj (z.B. Wassermelonen, Mandarinen, Orangen, Kiwis, Feigen, Granatäpfel, Tomaten und grüne Paprika) füllten seit jeher die Marktplätze der heutigen jugoslawischen Republiken wie Slowenien, Bosnien Herzegowina, Serbien und Kroatien. Wenn dann noch die artenreichen Süß- und Salzwasserfische, die von den fleißigen Ulcinj-Fischern in der Adria, dem Fluss Bojana oder dem See Shas gefangen werden mit dem hausgemachten Brandy und den einheimischen Weinen kombiniert werden, zaubert die mediterrane Küche Ulcinjs durch die Hände ihrer talentierter Chefköche einheimische Köstlichkeiten, die Sie niemals vergessen werden.

Natürliche Schönheit

Ein Versuch, die Naturschönheiten von Ulcinj zu beschreiben bleibt nur ein Versuch. Die Natur ist diesem Teil der Adriaküste verhältnismäßig sehr großzügig gewesen, indem sie in einzigartiger Weise ein buntes Mosaik aus herrlichen Kontrasten geschaffen hat.

Als ob die Natur schon lange die Vielfalt der Wünsche und Forderungen des modernen Menschen untersucht hätte, um mit ihrer unberührten Existenz in Kontakt zu bleiben, so verlieh sie diesem Gebiet das dunkelblaue saubere Meer, den grünäugigen Fluss Bojana und die Insel Ada in ihrem Delta, der reiche See Shas, der langanhaltende Olivenhain, die wunderschöne Valdanos-Bucht, die Heilquellen, der Pinienwald mit seinem bezaubernden Duft und die bekannten Sandstrände.

Fasziniert von der Schönheit dieser Stadt, haben sich viele Künstler für ihre Kunstwerke inspirieren lassen und haben somit diese exotische Natur auf die Leinwand übertragen, wie die berühmten Regisseure Živko Nikolić und Dušan Vukotić in den Filmen "Long Ships", "The Seventh Continent", " Die Schönheit der Sünde " und viele andere.

 

Die bezaubernden Sandstrände sind ein Symbol für die Exzellenz von Ulcinj. Der größte von ihnen, ungefähr 13 km lang und ungefähr 50 m breit ist der Long Beach, der sich von Nordwesten nach Südosten erstreckt und die Form eines Bogens von Porta Milena bis zum Bojana-Delta abbildet.

Er ist nur 4 km vom Stadtzentrum entfernt. Mit der Bautätigkeit, besonders nach dem Erdbeben im Jahr 1979 wurde der schmale Teil der Stadt mit diesem Strand sowie mit Shtoj verbunden, indem moderne Häuser gebaut wurden, die ein großes Unterkunftspotential für alle Arten von Touristen darstellen. Der ganze Strand besteht aus feinem Sand - weißes und graues Granulat von 0,1 bis 0,5 mm. Die selbe Körnung bildet den Boden des flachen Schwimmbereichs, so dass das Schwimmen hier sehr angenehm ist. Besonders für ältere Menschen und für kleine Kinder ein wahrer Genuss.

Gesundheitstourismus

Aufgrund seiner außergewöhnlichen Faktoren wie dem sauberen und klaren Meer, der heilenden Wirkung der Sandstrände, des Schwefel-Mineralwassers, des Heilschlamms, des Meersalzes und seiner Stammalkalien sowie des milden stimulierenden Küstenklimas, ist Ulcinj ein weltweit bekannter natürlicher Kurort.

Ein Wissenschaftler von Weltruf, Mihailo Pupin, empfahl schon im Juni 1919 dem Innenministerium des Königreichs Montenegro eine Lizenz für die Eröffnung eines Sanatoriums zur Behandlung bestimmter Krankheiten und Leiden auszustellen. Bernhard Nocht, damaliger Leiter des Instituts für Tropenkrankheiten in Hamburg, äußerte sich 1925 in Ulcinj wie folgt: "Ich habe noch nie so einen sterneerfüllten Ort wie Ulcinj gesehen. Die medizinische Wertigkeit dieser Region ist hoch und vielseitig in Therapie von Krankheiten einsetzbar“. All dies trug dazu bei, dass Ulcinj im Jahr 1929 durch das Dekret des Königreichs Jugoslawien als "Kur- und Luftkurort" ausgezeichnet wurde Professor Dr. Lemoh, Präsident der Europäischen Liga für Rheuma (EULAR) sagte 1964 in Ulcinj: "Im therapeutischen Sinne hat Ulcinj eine große Zukunft ".

 

Vor allem dem Sand am Strand wird diese unglaubliche Heilwirkung nachgesagt, da er so sauber und fein ist und keine zusätzlichen Verunreinigungen wie z.B. Erde, Schlamm, organische und chemische Materialien enthält. Nach Analysen der chemischen Zusammensetzung, besitzt der Sand von Ulcinj etwa 30 mineralische Bestandteile, die biologisch aktiv sind.

Er ist leicht radioaktiv, was unter anderem einen Einsatz in der Therapie von Krankheiten des Bewegungsapparates wie Wirbelsäulenprobleme, Rheumatoide Arthritis, Arthrose, Diskopathie, Ischias oder ähnlichen Symptomen rechtfertigt. Das hochaktive Schwefelwasser, welches in der Nähe des Meeres an der „Ladies Beach“ entsteht, hat "wundersame" Heilwirkungen. Legenden erzählen, dass dieses Wasser sogar unfruchtbaren Frauen geholfen hat. Hochaktiver Mineralschlamm (Peloid) ist rund um das Becken des Ulcinj „Salterns“ zu finden. Wissenschaftliche Untersuchungen des Mineralschlammes belegen, dass es sich um einen der besten Qualitätsschlämme handelt, die jemals an der Adria gefunden und untersucht wurden. Das unraffinierte Meersalz, das aus dem Becken der Saline in Ulcinj stammt, hat so eine hohe Konzentration bei gleichzeitiger Heilwirkung, so dass es für medizinische Zwecke allein durch Zugabe von einfachem Wasser auch zu Hause angewendet werden kann. All diese vorgenannten Faktoren können in einigen Indikationen chemische Arzneimittel ersetzen und mit ihrer Hilfe kann zusätzlich eine nachhaltige Remission erreicht werden. Selten findet man an einem Ort so viele natürliche Substanzen und Rahmenbedingen wie in Ulcinj.